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Die Geografie Ägyptens

Das Land Ägypten

Das Land liegt am nordöstlichsten Zipfel Afrikas. Im Norden bildet das Mittelmeer die natürliche Grenze. Im Osten befindet sich nördlich die Halbinsel-Sinai, die den Fuss Ägyptens in Asien bildet. Zwischen Sinai und dem Grossteil des Landes liegt der Golf von Suez. Der Rest der östlichen Grenze ist natürlich durch das Rote Meer gegeben. Südlich liegt der Sudan und westlich der Libanon. Hier im Südwesten des Landes ist die Grenzziehung umstritten, es handelt sich um das sogenannte Hala'ib Dreieck, das sowohl von Ägypten, als auch vom Sudan beansprucht wird. Heute wird Ägypten nicht mehr von Pharaonen regiert, die aktuelle Staatsform des Landes ist die Präsidialrepublik. Auf einer Staatsfläche von über einer Million Quadratkilometer leben nur etwas mehr als 80 Millionen Menschen. Ägypten ist reich an Natur und Kultur. Zunächst wird die Geografie näher betrachtet, danach soll kurz und knapp das Elementarste der Kulturgeschichte des Landes beschrieben werden, um die nachfolgenden Informationen zu Volk und Kultur im Kontext betrachten zu können. Zum Abschluss wird ein politisches und wirtschaftliches Bild Ägyptens gezeichnet, wobei der Tourismus das Zentrum der Betrachtung bilden soll.

Der Nil: Der Ursprung des Leben Ägyptens

Die Geografie des Landes wird durch den Nil erklärt. Der Nil ist mit 6'671 Kilometern der längste Fluss der Erde und muss wahrlich als Lebensquell Ägyptens bezeichnet werden. Das Wasser des Nils ist überhaupt die Voraussetzung für Leben am Nilufer. Ohne ihn und seine Nilschwemme, das periodische Hochwasser des Nils im Sommer, hätte die kulturelle Entwicklung Ägyptens nicht in der bekannten Form stattfinden können. Dies zeigt sich auch in der geografischen Einteilung Ägyptens in sieben Naturräume, die alle bestimmte Abschnitte des Nils beschreiben. Etwas vereinfacht ausgedrückt: Da wo der Nil nicht ist, da ist Wüste. Der Grund hierfür ist Ägyptens Lage im nordafrikanischen Trockengürtel (hier liegt auch die grösste Trockenwüste der Erde, die Sahara), womit bereits eine bestimmte Vorstellung des ägyptischen Klimas gegeben ist. Auch hier lassen sich geografische Gebiete als Klimazonen abstecken: Die Mittelmeerküste mit dem Nildelta zeichnet sich durch heisse Sommer und milde Winter aus. Die Region um Alexandria kann 30 Regentage im Jahr verzeichnen, wobei es nur im Winter regnet. Zum Vergleich kann beispielsweise Berlin mit 112 Regentagen aufwarten.

Das Klima Ägyptens

Die Temperaturen bewegen sich im Winter von 17 bis 20°C und im Sommer von 28 bis 32°C - das Meer ist im Winter bis zu 18°C warm und im Sommer bis zu 28°C. Mit 60 bis 75% Luftfeuchtigkeit über das ganze Jahr erscheinen die Temperaturen subjektiv wärmer. Das untere Nildelta (von Kairo bis Asyut) weist tendenziell höhere Temperaturen auf, wobei die Nächte kühler werden. Entsprechend nehmen auch der Niederschlag und die Luftfeuchtigkeit ab. Diese Tendenz setzt sich im oberen Niltal fort: die Temperaturen nehmen tagsüber zu, während die Nächte kühler werden und die Niederschläge und die Luftfeuchtigkeit weiter abnehmen.
Die Küste zum Roten Meer ist von einem durchgängig mildem Klima geprägt: Die Temperaturen sinken auch im Winter kaum unter 10°C und die Regentage sind zu vernachlässigen. Die Sommer sind mit bis zu 38°C relativ heiss und auch nachts wird es kaum kälter als 25°C. Selbst die Wassertemperatur liegt ganzjährig über 20°C - im Sommer wird das Rote Meer bis zu 30°C warm. Die klimatischen Bedingungen sind also heiss und trocken und dadurch wächst die Flora fast ausschliesslich am Nilufer und in Küstennähe. Typische Pflanzen für die Wüste sind Akazien und Dornensträucher, die vereinzelt zu finden sind. Das Nilufer ist reich an Vegetation, so sieht man häufig Dattelpalmen, Feigenbäume und Brotbäume. Die Unterwasserflora ist besonders am Roten Meer erstaunlich, das warme Klima begünstigt die Bildung von Korallenriffen. Die Unterwasserflora und Unterwasserfauna werden später detailliert untersucht.