Die schönsten Tauchspots Ägyptens
Tauchen im Fischerdorf: Dahab
Die Reise durch Ägypten auf der Suche nach den schönsten Tauchspots beginnt im Norden auf der Halbinsel Sinai. Hier befindet sich Dahab, ein ursprünglich kleines Fischerdorf, das in den letzten drei Jahrzehnten für das touristische Geschäft ausgebaut wurde. Von Dahab aus kann man viele schöne Tauchgebiete in unter einer Stunde mit dem Jeep erreichen. Hier liegt beispielsweise das weltberühmte "Blue Hole".
Das Blue Hole in Dahab
Das Blue Hole ist besonders bei Freunden des Apnoetauchens sehr beliebt. Apnoetauchen, auch Freitauchen genannt, bezeichnet das Tauchen nur mit Hilfe der eigenen Lungenkapazität. Man muss sich das Blue Hole vereinfacht als ein vom Meer getrenntes Loch in einem Korallenriff denken, und dieses Loch hat an der Aussenkante einen Durchbruch zum freien Meer. Dieser Durchbruch ist ein 30 Meter langer Tunnel in circa 60 Meter Tiefe, der durchtaucht werden kann und im Jahre 2008 bereits von dem Freediver William Trubridge durchtaucht wurde.
Trubridge ist Weltrekordhalter in den Apnoe-Disziplinen "Tieftauchen mit konstantem Gewicht ohne Flossen" (engl. Constant Weight) - die Königsdisziplin des Apnoetauchens, bei der es darum geht, ohne die Zuhilfenahme von Schwimmflossen so tief wie möglich zu tauchen und wieder an die Wasseroberfläche zurückzukehren - und "Free Immersion", wo der Taucher sich an einem Seil in die Tiefe und wieder zurück an die Wasseroberfläche zieht.
Der Laie sollte also besser nicht versuchen den sogenannten "Arch" oder auch die "Kathedrale" des Blue Holes in Dehab zu durchtauchen. Tauchfreunde kennen darüber hinaus die "Bells", den "Canyon", die "Islands" oder die "Golden Blocks". Dahab ist im Vergleich zu anderen ägyptischen Tauchspots erst relativ spät erschlossen wurden, weswegen die Korallenriffe noch in einem vorzüglichen Zustand sind.
Wracktauchen in Sharm-el-Sheikh
Weiter südlich befindet Sharm El Sheikh (deut. Scharm-el-Scheich), das im Vergleich zu Dahab schon einer Touristenmetropole gleicht. Sharm lohnt sich trotzdem für Tauchfreunde, es gibt über 30 Tauchspots darunter der berühmte Nationalpark Ras Mohammed und die Tiran-Inseln. In Sharm-el-Sheikh finden die meisten Tauchgänge von Booten aus statt, so gibt es hier ebenfalls eine ausgezeichnete Infrastruktur, die zu allen schönen Spots führt. Besonders das Wracktauchen ist sehr beliebt, auch die Thistlegorm ist hier gesunken. Insbesondere sollte hier die Strasse von Gubal erwähnt werden, wo mindestens ein halbes Dutzend Wracks zu finden sind.
Tauchen am Korallenriff in Safaga
Wer 60km weiter südlich reist, kann das Städtchen Safaga nicht verfehlen. Im Vergleich zu den anderen Reisezielen, die bisher besprochen wurden, ist es hier beschaulich und weniger wild. Früher war der Ort ein Geheimtipp unter Surfern, heute kommen fast nur noch Taucher hierher. Getaucht wird meist vom Boot aus, es lassen sich in Kürze bis zu 30 Tauchplätze erreichen. Jeder Tauchsportler kennt das Panoramariff, das Middle Reef und die Salem Express.
Daneben ist Safaga auch archäologisch interessant: Hier konnten Forscher den Bau der ersten Schiffe in Ägypten auf 700 Jahre früher datieren als ursprünglich angenommen. Man hat etwas südlich der des geschichtsträchtigen Hafen in Höhlen Tauen und Planken gefunden, die zur Verladung von Waren auf Schiffe genutzt worden sein müssen.
Rochen in El Quseir
Noch etwas weiter südlicher liegt das noch kleinere Städtchen El Quseir (Al-Qusair oder Al Qusayr), das ein empfehlenswertes Ziel für Taucher ist, die besonders einen ruhigen Urlaub schätzen. Das Kleinstädtchen hat kaum touristische Infrastruktur, aber der Tauchtourismus ist hier fortschrittlich und alle beliebten Spots können problemlos erreicht werden. Die Unterwasserfauna ist quantitativ weniger ausgeprägt, als im Norden, dafür kann man mit etwas Glück jedoch seltene Tiere wie zum Beispiel Adlerrochen, Schildkröten und Weissspitzenhaie sichten. Besonders zu empfehlen ist das Riff Erg Malek, wo öfters eine Seekuh mit Jungen und weitere Exoten anzutreffen sind. Weitere bekannte Spots sind das Wrack der Balans und die Steilwand Serib Kebir. Hier taucht man oft von Land, fährt mit Jeeps an die Saumriffe, oder taucht vom Boot aus an den vorgelagerten Tauchspots.
Die Brothers Islands in Marsa Alam
Zum Abschluss kommt der südlichste und kleinste Tauchort: Marsa Alam. Kaum 10.000 Einwohner zählt diese ägyptische Kleinstadt und trotzdem bietet sie dem Tauchfreund viel. Vor der Küste liegen viele vorgelagerte Riffs, die gut mit Booten zu erreichen sind. Zu nennen sind besonders das Shaab Samadai, auch "Dolphinhouse" genannt, das Shaab Marsa Alam, ein Riff das über 100 Quadratkilometer gross ist, das Shaab Cluade mit seinem Höhlensystem und die legendären "Brothers Islands". In Marsa Alam kann ausgezeichnet getaucht werden, die Riffe sind weitestgehend vom Tourismus unberührt und so in ihrer natürlichen Schönheit erhalten.
Riffe und Wracks in Hurghada
Zurück auf dem ägyptischen Festland befindet sich als nächstgelegene Station im Süden die wahre Touristenmetropole für Taucher: Hurghada. Nirgendwo sonst am Roten Meer verbringen so viele Menschen ihren Tauchurlaub. In Hurghada gibt es so viele Tauchbasen, dass die genaue Anzahl überhaupt nicht bestimmt werden kann. Als Richtwert kann man annehmen, dass sich die Touristen auf bis zu 60 Basen aufteilen. Hurghada ist damit auch die Königin der Infrastruktur: Von hier aus sind nicht nur die nahegelegenen Wracks am Beginn des Suezkanals mit Leichtigkeit zu erreichen, sondern auch viele weitere Riffe, zu denen Tagestouren angeboten werden. Selbst mehrtägige Trips in den Norden oder Süden werden von den meisten Tauchbasen Angeboten. Genauso gut hat der Tauchurlauber die Möglichkeit auf Safaris zu gehen und so das Potenzial des Standortes voll und ganz auszuschöpfen. Hurghada ist das Traumziel für die Urlauber, die von Service überschüttet werden wollen, neben den Trips gibt es auch unzählige Tauchkurse und alles um das Thema Tauchen herum.













